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interdisziplinäres geplänkel

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Mir bleibt die Spucke weg: Warum man denn immer dieses blöde „–Innen“ schreiben solle, es werde unverständlich und mühsam und bringe eh nichts. Und überhaupt, die Emanzen sollten doch besser ins Militär gehen statt über eine Diskriminierung zu jammern, die es gar nicht mehr gebe.

Man merkt es, das sind keine Soziologen. Sie treten unbeschwert in jedes soziologische Fettnäpfchen, das sich anbietet und werfen mit Statements um sich, die Soziologen höchstens halbbesoffen von sich geben. Andreas – durch mich schon mit allen soziologischen Tabus vertraut und schon öfters mit meinen konstruktivistischen Wutausbrüchen konfrontiert – schliesst entsetzt die Augen. Ihm schwant Böses und er wird nicht enttäuscht. Ich hole tief Luft und wettere über Leute, die alles besser über die Gesellschaft wissen als die Soziologinnen, über Ignoranz und Uneinsichtigkeit – und dann fördere ich einen Stapel Zahlen zutage (den Psychologinnen sei Dank!), an die ich mich zwar nur noch schwammig erinnere, die ich aber umso überzeugter vortrage.

Und irgendwann einigt man sich. Einigt sich, dass Psychologinnen wohl wissen werden, was sie tun, dass Sprache vielleicht doch einen Einfluss auf die Realität haben könnte und dass geschlechtergerechtes Schreiben ziemlich anstrengend ist. Einigt sich, isst weiter und redet über Unverfängliches.


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«The study of Sociology is the study of evolution in its most complex form»

Herbert Spencer (1891) in: The Study of Sociology, p.385