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soziologie.ch blog blog die vorzĂĽge eines pendler-daseins

die vorzĂĽge eines pendler-daseins

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Die Studenten lassen sich hinsichtlich ihres Arbeits- beziehungsweise ihres Studiumswegs in zwei Gruppen unterteilen. Da gibt es die einen, die nur einen Katzensprung von der Uni entfernt wohnen und morgens nur zwei Mal umfallen müssen, bevor sie im Vorlesungssaal angekommen sind. Dann gibt es aber auch die andern, welche mehrmals die Woche viele Stunden in den Zügen der SBB verbringen. Auch ich gehöre dieser Spezies der unermüdlichen Pendler an und habe mittlerweile beachtliche Vorteile daran entdeckt.

Man kennt es: als Student der Sozialwissenschaften verschlingt man eine Unmenge an Lektüre und liest und liest und liest noch ein paar Seiten mehr. Wo findet man nun eine bessere Gelegenheit, sich den Ideen der grossen Denker anzunehmen, als im Zugabteil? Während die Landschaft an einem vorbeizieht, ist man gezwungen im Abteil zu verweilen bis man am Zielort angekommen ist. Da alternative Unterhaltungsmöglichkeiten wie 20 min Lesen, Leute beobachten und aus dem Fenster rausschauen nur mässig spannend sind, kann man sich ungestört der Lektüre widmen. So ist man am Ende jeder Zugreise immer wieder ein paar Seiten gescheiter, obwohl man doch eigentlich nur den üblichen Studiumsweg hinter sich gebracht hat.

Und steht einmal die Lektüre eines richtig harten Brockens bevor, dann empfiehlt sich eine Zugfahrt für stolze Besitzer eines Generalabonnements auch einfach so. Man steigt dann um 9.32 in Zürich in den Zug (vorzugsweise in ein Ruheabteil) und fährt innerhalb von fast drei Stunden lesend nach Genf, wo man dann gemütlich zu Mittagessen und Kaffee trinken kann. Daran anschliessend macht man sich wieder auf die Heimreise, wo man sich noch einmal drei Stunden dem Wälzer annehmen kann. Auf diese Weise lässt sich das oft mühsame Lesen mit einer angenehmen kleinen Schweizer Städtereise verbinden. Mir gefällt’s.

Commentaires

 
 
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Leute beobachten ist doch sehr spannend, oder noch besser Gespräche aus dem Nebenabteil mithören. Manchmal erschliesst sich dabei sogar die Auflagestärke von 20minuten und anderen lustigen Printmedien.
 
 
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Das Beobachten von Leuten ist teilweise bestimmt eine äusserst amüsante Angelegenheit. Nach einer Weile wird es dann aber doch meistens immer etwas langweilig - man hat ja bereits genügend Handygespräche unfreiwillig mitanhören müssen. So geht es mir auf jeden Fall.
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«Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewusstsein bestimmt.»

Karl Marx und Friedrich Engels (1990): Werke . Berlin: Dietz. Bd. 13, S. 8-9.